Sonible pure:level
Leveler auf KI-Basis
Autor: Peter Kaminski

Sonible bietet mit der Serie "pure" KI-basierende Plug-Insan, die sich durch besonders einfache Handhabung und viele Automatismen auszeichnen. Im März 2026 kam das Plug-In pure:level hinzu, das wir hier vorstellen möchten.
Voraussetzungen, Installation und Lizenzierung
Das Plug-In lässt sich unter Windows ab Version 10 sowie unter macOS ab Version 10.14 für Intel Core ab i5 oder ab Apple Silicon M1 betreiben. Es steht in den Plug-In-Formaten VST2, VST3, AAX und auch als Audio Unit auf macOS zur Verfügung.

Die Lizenzierung erfolgt über einen Anwenderkonto bei Sonible. Es stehen Lizenzen für die Freischaltung von bis zu zwei Computern zur Verfügung. Es wird auch eine Testversion angeboten, bei der man pure:level einige Tage ohne Einschränkungen nutzen.

Nach der Einlösung des Lizenzcodes lässt sich die Lizenz auch auf einen iLok übertragen, was wir in dem Test gemacht haben.

Das wird in dem Kundenkonto bei Sonible durchgeführt, in dem man den iLok-Account-Namen eingibt.

Die Installation des Plug-Ins erfolgt über einen Installer, bei dem man die verschiedenen Plug-In-Formate die installiert werden sollen, auswählen kann.
Konzept
pure:level ist ein Werkzeug, mit dem man Pegelschwankungen ausgleichen kann. Es ist also kein Lautheitsoptimierungs-Prozessor, sondern es regelt den Pegel so, dass er auch bei Änderungen stabil bleibt. Anders als ein Kompressor beeinflusst er nicht den Dynamikumfang eines Signals. Die Wirkungsweise ist so, dass zwei unabhängige Bearbeitungen erfolgen und zwar einmal die Angleichung von kurzfristige Pegelschwankungen und dann als zweites das Regeln des Pegels auf einen gewünschten Zielwert hin. Um pure:level mit den richtigen Informationen über den Pegel zu versorgen gibt es eine Analyse-Funktion, wo eine Art Fingerabdruck vom Pegel genommen wird. Man sollte dies an einer repräsentativen Stelle durchführen. Ein ganz wichtiges Leistungsmerkmal ist, das man das Plug-In über mehrere Spuren hinweg nutzen kann, in dem man im Plug-In Gruppen bildet. Es werden übrigens alle gängigen Abtastraten von 44,1 bis 192 kHz unterstützt.
Handhabung

Das Plug-In bietet nur wenige Bedienelemente. Oben links ist der virtuelle Taster für den Start der Audiopegel-Analyse. Über den Ring in der Mitte des Plug-Ins wird der fortlaufende Analyseprozess angezeigt. Nach der Analyse kann man die Zahl des gewünschten Zielpegel mit der Maus verändert oder im Ring den weißen Zeiger verschiebt. Der Pegel wird auf dem Ring ebenfalls angezeigt sowie als Wellenform in der Mitte des Rings symbolisiert.
Über den virtuellen Taster "bypass" kann man die Bearbeitung ausschalten und das Plug-In umgehen. Es gibt noch zwei weitere Parameter mit denen sich die Bearbeitung beeinflussen lässt und zwar kann man mit "Intensity" die Stärke der Pegelkorrektur beeinflussen und mit "Speed" die Zeitkonstante für die Veränderung. Und das sind auch schon die Einstellungen für die Bearbeitung eines Kanals.
Wichtig noch zu erwähnen, dass man unten bei Bedarf eine von vier Gruppen möglichen anwählen kann, um Spurgruppen gemeinsam und in Abhängigkeit zu beeinflussen. Der Zielpegel wird in diesem Fall gemeinsam geregelt aber alle anderen Parameter bleiben individuell. Bei Zuordnung eines Plug-Ins einer Spur zu einer Gruppe ändert sich die Farbe im Plug-In, wie die Anzeige von Pegel und Wellenform. Jeder Gruppe ist eine vorgegebene Farbe zugeordnet.

Über das Zahnrad lässt sich ein Einstelldialog aufrufen, mit dem globale Einstellungen (s. Abb. oben) vorgenommen werden können wie: ob Hilfeinformationen aktiv eingeblendet werden sollen (Show Tooltips), OpenGL Grafikunterstützung aktiviert sein soll und ob man bereit ist, Daten anonym mit Sonible auszutauschen, was wohl der Optimierung dienen des Plug-Ins dienen soll.

Über den Matrix View bekommt man einen Überblick über die Gruppen und die zugewiesenen Spuren und es wird auch angezeigt, ob eine Spuranalyse vorliegt und was der eingestellte Ziel-Pegel für jede Gruppe ist.

Man kann im Matrix View auch aktiv mit der Maus die Zuordnung ändern oder eine Analyse des Tracks starten.
Praxis
Der Test erfolgt bei uns auf einer B14 AudioKern DAW von Digital Audio Service und Windows 11. Die Plug-Ins haben wir auf der Host-Software WaveLab 13 und Nuendo 15 von Steinberg installiert. Problem beim Installieren oder Betrieb gab es keine und auch keinen einzigen Absturz. Die CPU-Belastung war auf unserer Workstation auch beim Betrieb auf mehreren Spuren so gering, dass Sie kaum messbar war. Daher sollten auch auf leistungsschwachen Rechnern keine Probleme auftreten.
Nun zum Einsatz. Wir haben das Plug-In sowohl im Mastering für Dolby-Atmos als auch beim Mischen einer Stereoproduktion getestet. Trotz der wenigen Einstellmöglichkeiten - was ja auch das Konzept der pure-Plug-In-Serie ist - waren die Ergebnisse sowohl in einer Einzelspur als auch in der Gruppe und auch in Bezug zu anderen Gruppen sehr überzeugend. Es ließ sich schnell ein Rough-Mix erstellen und das ohne Eingriffe über Pegelautomation der DAW. Dabei blieb die Gruppe in sich sehr Pegelstabil, als auch zu den anderen Spuren oder eingerichteten Gruppen. Schon erstaunlich was moderne Werkzeuge leisten können. Die Bedienung ist dabei Kinderleicht. Das unterstreicht auch die nur 10-seitige Anleitung in englischer Sprache, die alle Aspekte des Plug-Ins abdeckt und dabei auch gut erklärt. Wenn man die Gruppenfunktion nutzt hat man mit der Matrix und der unterschiedlichen Gruppen-Farbgebung immer den Überblick.
Fazit
Das Plug-In pure:level son Sonible ist für knapp unter 40 Euro erhältlich. Es ist auch Bestandteil des pure:bundle mit allen pure-Plug-Ins, welches zum Preis von regulär unter 160 Euro angeboten wird. Einsatzmöglichkeiten von pure:level gibt es viele und der Preis ist ja aus Sicht eines professionellen Anwenders sehr überschaubar.
Ich denke, dass sich pure:level natürlich primär an Anwender richtet, die möglichst einfach einen konstanten Pegel und konstante Pegelverhältnisse in Gruppen ohne großen Aufwand realisieren möchten. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass auch fortgeschrittene Anwender Einsatzszenarien gibt, besonders wenn auf einer Spur viele Pegeländerungen auftreten, zum Beispiel durch hintereinander aufgenommene Takes mit unterschiedlichen Einstellungen oder Ähnliches oder auch im Einsatz mit Dolby-Atmos-Mehrkanalproduktionen, um zum Beispiel Beds über einen Automatismus in einem gewünschten Pegel-Zielbereich zu bringen.
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