Rob Papen eXplorer-11 Bundle
Update des Bundles mit virtuellen Instrumenten und Plug-Ins
Autor: Peter Kaminski

Wir haben die Vorgängerversion des umfangreichen Software-Bundles Rob Papen eXplorer-10 auch schon getestet und vorgestellt. Im Mai 2026 gab es mit dem eXplorer-11 nun ein weiteres Update mit neuen Plug-In und vielen neue Preset. Das Bundle bietet mittlerweile 3 Drum-Instrumente und 15 Synthesizer sowie 17 Plug-Ins sowie mit dem Prima auch ein Werkzeug zum übereinanderlagern von Instrumenten an. Auch Instrumente, die mittlerweile durch neuere Version ersetzt wurden, sind noch zusätzlich im Lieferumfang. Wir wollen uns hier in diesem Test aber ausschließlich mit dem Neuen in eXplorer-11 beschäftigen.
Voraussetzung, Installation und Lizenzierung
eXplorer-11 ist kompatibel ab Windows 7 sowie ab macOS 10.15 auch mit ARM-Kompatibilität. Bis auf RAW-Kick 2 (Stand Juni 2026) sind alle Instrumente auch NKS-kompatibel. Die Plug-Ins stehen als VST, VST3 AAX (bei Windows ab ProTools Version 12) und bei macOS auf AudioUnit zur Verfügung.

Beim Lizenzieren gab es eine kleine Änderung und Vereinfachung. Daher wollen wir diesen Prozess hier nochmal beschreiben. Es ist ein Anwenderkonto bei Rob Papen erforderlich. Die Seriennummer muss man in sein Konto eintragen und man kann den Installer für das komplette Bundle oder auch nur für bestimmte Komponenten herunterladen. Nach Aufruf der Installer-Software muss man zunächst nochmal die Seriennummer eingeben. Dann kann der Anwender die Plug-In-Formate auswählen, die installiert werden sollen (s. Abb. oben).

Wichtig zu erwähnen ist, dass die ganzen Bibliotheken der Instrumente bei eXPlorer-11 ca. 5,3 GByte Platz auf dem Medium in Anspruch nehmen. Es macht also Sinn, die Libraries in einen anderen Ordner als die Boot-Festplatte abzulegen. Den Bibliothek-Ordner kann man (s. Abb. oben) im Installierungsprozess individuell vergeben.

Nach der Installation muss man das Bundle noch für den verwendeten Computer lizenzieren. Dies hat man nun vereinfacht. Es wird im Anwenderkonto ein "On-line Login Code" angezeigt, den man beim ersten Aufruf eines Instrumentes oder Plug-Ins per Copy-Paste einträgt und dann ist die Lizenzierung bereits abgeschlossen und im Anwenderkonto auch automatisch eingetragen.
RAW-Kick2
Raw-Kick2 ist die zweite Auflage des Drum Synthesizer, der sich primär der Synthese von Bassdrum-Sounds widmet, aber klanglich auch deutlich darüber hinausgeht.

Wenn man zurück auf die erste Version blickt, dann fällt einem natürlich das komplett neue Design und die Bedieneroberfläche auf. Wir werden hier nun einmal auf die wichtigsten Funktionen von RAW-Kick2 eingehen. Die immer umfangreichen Handbücher von Rob Papen geben weitere, detaillierte Bedienungshinweise.
Eine wesentliche Neuerung ist, dass man nun bis zu drei Sounds in Ebenen überlagern kann (s. Abb. oben).
Oben lassen sich im Kopf vier verschiedene Dialog-Seiten aufrufen: eine Übersichtsseite "Main", eine Seite mit erweiterten Einstellungen "Advanced", die Seite "Master" bei denen sich die drei Layer gleichzeigt bedienen lassen, sowie die Seite "Manager" für die Preset-Verwaltung.
Es sind viele neue Presets hinzugekommen und bei der Preset-Verwaltung kann man nun auch Layer-Presets auswählen (s. Abb. oben).

Werfen wir einen Blick auf die Seite Advanced. Links lassen sich dort in einer Modulationsmatrix, wie sie auch bei den meiste anderen Instrumenten von Rob Papen zu finden sind, acht Modulations-Quellen und Ziele festlegen.

Neu ist der virtuelle Ribbon Controller im unteren Plug-In-Bereich. Dessen Modulationsziele lassen sich in einem extra Dialog einstellen.

Weiter lassen sich in diesem Bereich auch noch Einstellungen für die Hüllkurven, dem LFO (s. Abb. oben) und der Velocity-Keyboard-Wichtung vornehmen.

Auf der rechten Seite der Seite Advance werden ein Filter sowie zwei Effekte geboten (s. Abb. oben).

Die Auswahl der Filtertypen ist sehr umfangreich (s. Abb. oben). So stehen zum Beispiel jeweils 12 Filter mit 12 dB und mit 24 dB zur Verfügung und jeweils zwei mit 6, 18 und 36 dB und noch viele weitere spezielle Filtertypen (s. Abb. oben).

Auch an Effekttypen mangelt es nicht. Diese sind natürlich auf die Verwendungsfähigkeit in Verbindung mit dem Bassdrum-Sound abgestimmt. Es gibt hier zwei Gruppen von Effekten und zwar Verzerrer (S. Abb. oben) und sonstige Effekte (s. Abb. unten).

In der Summe kann man sagen, dass RAW-Kick2 eines der universellsten Bassdrum-Sound Plug-Ins im Markt ist.
FilterField
Ein neues Plug-In ist FilterField. Es ist ja so ein bisschen ein Markenzeichen vieler Synthesizer von Rob Papen: das XY-Pad für Sound-Morphing. Das findet sich auch in dem neuen Plug-In wieder. Das Konzept ist einfach. Für jeden der vier Quadranten lässt sich ein Filter einstellen. Je nach dem wo man sich auf der Ebene in der XY-Position befindet, wird eine Mischung aus den vier Filtern erzeugt. Befindet sich der aktuelle XY-Wert in der Mitte, so werden alle vier Filter gleichzeitig benutzt, ist dagegen der aktuelle XY-Punkt oben links im ersten Quadranten wird dann auch nur der erste Filter genutzt und die anderen ausgeblendet. Das zum grundsätzlichen Prinzip.

Für jedes der vier Filter gibt es einen Einstellbereich, wo sich unter anderem Filtertyp, Frequenz, Stereo-Separation, Filterfrequenz-LFO, Panorama und Pegel einstellen lassen.

Es stehen auch hier extrem viele Filtertypen zur Auswahl bereit.

Neben den Standard-Filtertypen gibt es unter Vocal, Comp/Phaser und Others auch speziellere Filter sowie auch Ring-, Amplituden- und Frequenzmodulation (s. Abb. oben).

Die Filter lassen sich über den Filter Mode in der Mitte des Plug-Ins in verschieden Verschalten und betreiben. So gibt es einen seriellen und parallelen Modus der Filter, aber auch den Modus "Vector", wo sich die Filter über das XY-Pad steuern lassen. Verläufe lassen sich aufzeichnen, editieren und wiedergeben oder Live über die Maus kontrollieren. Über den Trigger-Modus ist auch eine Synchronisation möglich.
Im unteren Bereich lassen sich sechs verschiedene Einstell-Dialoge aufrufen. So gibt es zum Beispiel einen Bereich für weitere Einstellungen zum XY-Pad und deren Funktionalität.
Auch zwei Audio Follower, die aus dem Pegel eines ausgewählten Audiosignal eine Steuergröße erzeugen (s. Abb. oben), sind vorhanden.
Über den Einstellbereich LFO/MOD gibt es neben LFOs auch eine Modulationsmatrix (s. Abb. oben rechts). Hier lässt sich dann auch der Ausgang eines Audio Followers als Steuergröße einem Parameter zuweisen.
In der Effekt-Sektion stehen neben einem Hochpassfilter noch ein Stereo-Gater in Form eines 16-Schritt-Sequenzers sowie ein Stereo-Delay zur Verfügung (s. Abb. oben).
Auch FilterField bietet einen Preset-Manager und wird mit einer ganze Reihe von Werks-Presets geliefert. Die Plug-Ins haben mit dem FilterField einen klanglich äußerst interessanten Zuwachs bekommen. Gerade dynamisch mit gespeicherten Verläufen oder manueller XY-Kontrolle ist hier viel Potential, besonders im Bereich der elektronischen Musik.
Bank- und Preset-Updates
Bei den Updates des eXplorer kommen auch immer neue Presets oder sogar komplett neue Bänke hinzu. So auch in eXplorer-11. Für diejenigen die eXplorer-10 nutzen hier ein kleiner Überblick.
Punch-2

Beim PUNCH 2 Drum-Synthesizer sind die 35 neue Kits und zwar 10 im 03 HipHop RnB, 6 im Filmscore & TV (s. unten), 2 im 06 Trap 01, 9 bei 08 Diverse 01 und 8 bei der Bank 10 Klangwelten.
WirePluck

Beim WIREPLUCK Synthesizer sind in fünf Bänken 100 neue Presets hinzugekommen und zwar 35 in der Bank Pluck Sound 01 (s. Abb. unten), 20 in Synth Sounds 01, 25 bei Arp Sounds 01 und 20 in der Bank Bass Sounds 01.
Predator-3

Beim Predator-3 Synthesizer sind sogar 122 Presets dazugekommen und zwar einer in der 002 EMD & Dance 01 und die Bank 002 EMD & Dance 02 (s. Abb. unten) ist mit 63 Presets ganz neu.
Bei der Bank 008 Ambient 01 sind es 8 neue und die Bank 008 Ambient 02 ist neu mit 50 Presets.
Hier sind wirklich tolle neue Presets verfügbar. Überhaupt ist der Predator-3 einer meiner Lieblings-Synthesizer geworden.
Fazit
Das eXplorer-11 Bundle kostet ca. 500 Euro. Für Bestandskunden von Plug-Ins oder einem eXplorer-Bundle gibt es spezielle Angebote. Das Update von eXplorer-10 auf eXplorer-11 kostet legillich 74 Euro und das lohnt sich auf jeden Fall.
Mittlerweile umfasst das Bundle eine große Anzahl von Instrumenten und auch die Plug-Ins werden immer interessanter. Dazu trägt das neue FilterField auf jeden Fall bei. eXplorer-11 ist auch eine sinnvolle Erweiterung für Anwender der Arturia V Collection, die sich ja stark mit der Virtualisierung realer Instrumente beschäftigt, während eXplorer neu Instrumente mit sehr frischen Sounds bietet.
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