Beyerdynamic DT 30 IE
preiswerter In-Ear-Hörer für universellen Einsatz
Autor und Fotos: Peter Kaminski

Mitte Juni 2026 stellte Beyerdynamic einen neuen In-Ear-Hörer vor und zwar den DT 30 IE, der preislich unter den Hörern der Beyerdynamic DT 7x IE-Serie liegt, die wir schon getestet hatten. Wir hatten die Gelegenheit schon vor der Verfügbarkeit ein Muster zu testen und auch mit der DT 70er-In-Ear-Hörer-Serie zu vergleichen.
Lieferumfang

Vieles beim DT 30 IE ist identisch mit der DT 7x IE-Serie und das wird schon beim Lieferumfang deutlich.

So wird der Hörer im gleiche Case geliefert und mit fast identischem Zubehör. Der mitgelieferten Cerumen-Ersatzschutz ist übrigens nicht mit dem der DT 7x IE-Serie kompatibel. Was im Gegensatz zur DT 7x IE-Serie nicht beiliegt sind ein Adapter auf 6,3-mm-Klinkestecker, was an der prognostizierten Kundenzielgruppe des Produktes liegen dürfte.

Das Teflon-verstärkte Kabel ist beim DT 30 IE in Weiß, bzw. an der Kopfhörerseite transparent, passend zum Hörer-Design des DT 30 IE. Auch die Steckverbindungen zwischen Kabel und Hörer sind MMCX-Koax-Verbinder und die Position an dem die Kabel sich aufteilen, lässt sich auch variabel einstellen.

Es werden drei Paar Silikon-Ohr-Stücke und drei Paar aus Schaumstoff mitgeliefert. Unterschied zur DT 7x IE-Serie ist, dass dort noch zwei zusätzliche Paar Silikon-Ohrstücke mit Zwischengrößen mitgeliefert werden und das es sich bei den Schaumstoff-Ohr-Stücken nicht um Comply Tx-500 handelt.
Konzept und Technik

Kommen wir nun zur Technik und den Treibern. Der Formfaktor ist exakt der gleiche wie bei den Hörern der DT 7x IE-Serie, aber der wesentliche Unterschied ist der anderer Treiber. Das merkt man auch am Gewicht. Der DT 70 IE wiegt 3,0 Gramm während der DT 30 IE lediglich 2,7 Gramm ohne Kabel und Ohrstück wiegt. Es kommt hier nicht der handgefertigte TESLA11-Treiber zum Einsatz, sondern ein anderer ähnlicher dynamischer Einweg-Treiber, der auch in Deutschland entwickelt wurde, aber nicht in Deutschland produziert wird. Sonst wäre der Preis, zu dem wir später noch kommen, sicherlich unmöglich gewesen.
Schauen wir einmal genauer auf die technischen Daten. Die Nennimpedanz liegt bei 18 Ohm, also leicht größer als bei der DT 7x IE-Serie. Die Empfindlichkeit ist gegenüber der DT 7x IE-Serie etwas geringer. Der Schalldruck liegt bei 1 mW und 1 kHz bei 111 dB SPL, bzw. bei 1 Vrms und 1 kHz bei 128 dB SPL. Der Übertragungsbereich wird vom Hersteller mit 5 Hz bis 20 kHz angegeben und begrenzt also früher als bei der DT 7x IE-Serie. Auch der Klirrfaktor ist mit 0,08 % gegenüber 0,02 % bei 1 mW und 500 Hz etwas größer. Die Isolierung von Außengeräuschen ist mit 39 dB (A-gewichtet) mit der DT 7x IE-Serie identisch.
Praxis

Beim Tragekomfort gibt es zwischen den DT 30 IE und der DT 7x IE-Serie keine Unterschiede. Das Einzige sind die geringe Auswahl an Größen bei den Silikon-Passstücken, aber das ist schon ein Luxusproblem. Wie schon im Test der DT 7x IE-Serie gesagt, ist auch der DT 30 IE problemlos für Brillenträger geeignet. Die Trageposition sieht man oben im Bild. Das Kabel wird über das Ohr geführt und stabilisiert so die Hörerposition am Ohr. Der Halt ist durch das geringe Gewicht und die verschiedenen Passstücke gut und für den Normalbetrieb absolut ausreichend. Bei dauerhaftem Headbanging empfiehlt sich dann doch eine zusätzliche Befestigung des Kabels.
Nun zum Klang. Der geringere Übertragungsbereich beim DT 30 IE gegenüber der DT 7x IE-Serie in den Höhen macht in der Praxis keinen so großen Unterschied. Bei sehr kurzen Transienten mit großen Amplituden macht sich das zum Beispiel in geringem Maße bemerkbar. Getestet haben wir übrigens mit dem Lake People G108 Kopfhörerverstärker. Wenn man mal die vier Hörer der DT 7x IE-Serie vergleicht, dann ähnelt der DT 70 IE für dem DT 30 IE am ehesten. Aber es gibt auch klangliche Unterschiede, auch wenn diese nicht so groß sind wie erwartet. Der DT 30 IE ist vom Frequenzbereich leicht höher abgestimmt. Im Bassbereich merkt man daher auch eine leicht geringere Energie im direkten Vegleich. Man muss aber auch deutlich unterstreichen, dass die DT 7x IE-Serie-Modelle alle klanglich auf bestimmte Anwendungen hin abgestimmt sind. Der DT 30 IE ist dagegen sehr universell einsetzbar und zwar vom Instrumenten- oder Gesangs-Monitoring hin bis zum schlichten Musikhören und er ist vor allem auch für den Bereich Monitoring beim Video-Recording eine sehr gute Wahl.
Die Hörer der DT 7x IE-Serie sind nach Schutzklasse IP 68, bzw. IP 65 (DT 71 IE) geschützt und somit staubdicht und mit IP 68 auch sogar wasserdicht. Der DT 30 IE ist nach IP 54 geschützt und daher staubgeschützt aber nicht staubdicht und lediglich spritzwassergeschützt und nicht wasserdicht. Das ist aber für den Normalbetrieb in Innenräumen und bei normaler Schweißbelastung aber auch völlig ausreichend. Wer für extreme Anforderungen gerüstet sein will, der muss sich dann für die teurere 7x IE-Serie entscheiden.
Fazit
Jetzt kommen wir zu einem doch bemerkenswerten Punkt des Produktes, nämlich dem Preis, der bei lediglich ca. 120 Euro liegt, im Gegensatz zu knapp unter 500 Euro bei den Hörern der DT 7x IE-Serie. Man bekommt schon viel vom großen Bruder der DT 7x IE-Serie geboten aber was Treiber, Schutzklassen und Lieferumfang angeht, muss man kleine Einschränkungen hinnehmen, die sich aber bei Berücksichtigung des Preises deutlich relativieren. Für den Preis ist der Klang absolut überzeugend. Daher ist der Hörer sicherlich das ideale Produkt für Einsteiger in das In-Ear-Monitoring, preisbewusste Anwender oder Anwender aus dem AV-Bereich, die den Hörer eher zur Kontrollzwecken nutzen oder für diejenigen, die einen Applikations-unabhängigen In-Ear-Hörer für ein breites Anwendungsspektrum suchen.
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