Tascam CA-XLR2d Kamera-Audiointerface

mit Adaptern für Kameras verschiedenster Hersteller

Autor und Fotos: Peter Kaminski

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Tascam bietet mit dem CA-XLR2d seit einiger Zeit ein Audiointerface für Kameras an, welches sich über Adapter universell analog oder auch digital für bestimmte Kameramarken, bzw. Serien einsetzen lässt. Neu ist nun seit Ende 2025 auch ein Adapter für die Videokamera Nikon ZR, mit der man nun von seiten des Kameraherstellers auch einen digitalen Blitzschuhadapter anbietet. Wir haben das Interface mit dem neuen Adapter mit der Nikon ZR ausprobiert und getestet.

Konzept

Das Produkt setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen und zwar das eigentliche Audiointerface mit einer entfernbaren elastischen Halterung für Richtrohrmikrofone, einer Akkuaufnahme sowie einem Verbindungskabel für den alaogen Beitrieb zur Kamera hin.

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Für die speziellen Varianten mit digitaler Anbindung gibt es entsprechende Adapteroptionen. Das heisst man kann ein Interface auch nachrüsten, bzw. für eine andere Kameramarke umrüsten aber es werden von Tascam auch direkt fertig montierte Sets angeboten und zwar für analogen Betrieb (CA-CLR2d-AN) für Canon Multiaccessory Shoe (CA-XLR2d-C) für Fujifilm Data Communication Hot Shoe (CA-XLR2d-F) und eben für Nikons digtalem Blitzschuh (CA-XLR2d-N). Die Nachrüst-Adapter sind unter der Bezeichnung CA-AK1-x erhältlich (-AN: analog, -C: Canon, -F Fuji und -N: Nikon).

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Hier einmal unten am Interface die Buchse und Aufnahme für den Adapter. Links der analoge Adapter und rechts der Adapter für den digitalen Blitzschuh von Nikon. Der Umbau ist ion Sekunden erledigt. Der Adapter hat führungsnoppen und Bohrungen, so dass er sich nicht versehentlich verkehrt aufsetzen lässt.

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Hier einmal den CA-AK1-N für Nikon von der Seite die zum Interface zeigt (oben) und der anderen Seite die zum Nikon-Kamera-Blitzschuh zeigt.

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Für beide Seiten ist eine Abdeckung zum Schutz der Stecker vorhanden. Besonders die Kontakte für den Blitzschuh sollte man sehr sorgfältig behandeln.

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Die mitgelieferte Batterie/Akku-Aufnahme nimmt zwei AA-Zellen auf. Das Gehäuse wird unten eingelegt und arretiert. Durch einen Druck auf einen Hebel löst sich der Batteriekasten.

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Wichtig ist der Einsatz der Batterien zum Beispiel bei Phantomspeisung. In Zusammenhang mit dem Adapter für Nikon sind ohne Batterie maximal 8 mA Betriebsstrom bei Phantomspeisung gestattet und beim Canon-Adapeter sind es 9 mA. Beim analogen Modul.erfolgt die Betriebsspannung ja sowieso über die Batterien.

Anschlüsse

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Das CA-XLR2d bietet drei Eingänge und zwar zwei elektronisch symmetrierte XLR-Eingänge und eine unsymmetrischen 3,5-mm-Stereo-Klinkenbuchse. Die XLR-Eingänge lassen sich im Pegel für Mikrofone oder Line umschalten und zusätzlich kann man die Empfindlichkeit der Eingänge noch anpassen. Mehr dazu in der Beschreibung zu Bedienung. Die interne Abtastrate ist entweder 48 oder 96 kHz, ggf. in Abhängigkeit der Kameraeinstellung, wie auch die Wortbreite, die entweder 16 oder 24 Bit beträgt.

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Es gibt auch einen analogen Ausgang, der bei Nutzung der digitalen Blitzschuhe dann sinnvollerweise über eine Umschaltung sich auf Kopfhörerbetrieb umschalten lässt und eine Leistung von 8 mW (0,1 % THD, 16 Ohm) bietet. Der Kopfhörerpegel ässt sich über zwei Taster anpassen. Die Ausgangsspannung für die Schalterstellung Kamera beträgt 0,29 Vrms.

Bedienung

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Eine wegklappbare Plexiglasabdeckung schütz vor versehentlichem Verstellen der Einstellungen am CA-XLR2d. Über einen Schalter an dem Akku/Batteriegehäuse lässt sich die Spannungsversorgung über Batterie aktivieren und über einen weiteren Schalter kann man den Akku/Batterietyp wählen (NiMH, Lithium, Alkaline). Am Interface wird über zwei Status-LEDs die gewählte Spannungsversorgung angezeigt.

Die Eingangswahl erfolgt über den dreistufigen Schalter SELECT. Mit dem Schalter LINK lassen sich beide Kanäle gleichzeitig im Pegel und Limiter synchron einstellen. Die Eingangsempfindlichkeit kann automatisch oder manuell über einen Regler eingestellt werden. Der Verstärkungsbereich beträgt 66 dB. Jeder der beiden Input-Sektionen, die funktionell identisch aufgebaut sind, bietet einen Übersteuerungs-Indikator (OL) sowie einen zuschaltbaren Limiter. Der jeweilige Eingang kann auf Mikrofon- (Eingangsimpedanz > 2 Kiloohm, max. Eingangspegel +6 dBu, minimaler Eingangspegel -60 dBu) oder Line-Pegel (Eingangsimpedanz > 10 Kiloohm, maximaler Eingangspegel +24 dBu, minimaler Eingangspegel +4 dBu) umgeschaltet werden und zudem lässt sich eine Eingangsabschwächung (0, 20 dB oder 46 dB) über den Schalter ATT zuschalten. Über den Schalter INPUT kann man auch die 48-Volt-Phantomspeisung für ein angeschlossenes Mikrofon aktivieren. Über LOW CUT ist auch ein Hochpassfilter mit den Grenzfrequenzen 80 oder 220 Hz aktivbierbar. 

Praxis

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Wir haben das CA-XLR2d mit einer Nikon ZR mit dem digitalen Blitzschuh und verschiedenen Richtrohrmikrofonen getestet (s. Abb. oben). So beziehen sich viele der folgenden Angaben auch auf diese Konstellaton aber ist natürlich auf andere Kameramodelle und Hersteller übertragbar..

firmware update

Vor dem ersten Einsatz mussten wir noch die Firmware des CA-XLR2d aktualisieren. Hierfür gibt es eine Software, die man von der TASCAM-Web-Site herunterladen kann. Das Update auf die erforderliche 1.20 für den Betrieb mit dem Nikon-Digitalblitzschuh ging problemlos vonstatten.

Die elastische Halterung für die Mikrofone ist sehr stabil und lässt sich auch, wenn dafür kein Bedarf ist, mit zwei Schrauben entfernen. Die Befestigung ist aber so, dass sich dort keine übliche alternative Halterung, wie die von Rycote, ersatzweise anbringen lässt. Eine Alternative ist aber der an dem CA-XLR2d vorhandene Blitzschuh auf der Gehäuseoberseite im hinteren Bereich des Audio-Interfaces. Hier kann man zum Beispiel ein Rycote Universal Camera Kit anbringen. Lohnen dürfte sich dies aber nur für größere Mikrofone und sehr hohen Anforderungen an die akustische Entkopplung und den Windschutz, denn die Standard elastische Mikrofonbefestigung des CA-XLR2d ist schon sehr gut.

Die Audiotechnik ist was Rauschverhalten und Klangqualität sowie die funktionellen Möglichkeiten angeht, erwartungsgemäß so gut, wie man das von Tascam gewohnt ist. Ein kleines Manko ist, dass die Wandlung intern im CA-XLR2d nicht 32-Bit-Float, sondern maximal 24 Bit ist. Damit kann man aber leben.

Das Gehäuse des CA-XLR2d ist zum großen Teil aus Kunststoff aber trotzdem robust. Bei Kameras ist man ja froh um jedes Gramm weniger und so ist das Kunststoffgehäuse eine praktikable Lösung. Die Bedienung ist so, wie man sie auch von vielen größeren Videokameras mit Audiosektion her kennt und gewohnt ist. Interessant ist noch anzumerken, dass beim Betrieb mit der Nikon ZR auch im Batteriebetrieb des CA-XLR2d bei ausgeschalteter Kamera das Audio-Interface ausgeschaltet wird und so die Batterien geschont werden. Es ist anzunehmen, dass das auch bei den Varianten für Canon und Fuji so ist. 

Abgesehen von der Eingangswahl braucht man nicht in die Anleitung schauen denn alles ist selbsterklärend. Die kleinen praktischen Details sind auch noch zu erwähnen wie: Kabelführungen an der Seite der Audioeingänge, Abdeckungen der XLR-Eingäng die mit dem Gehäuse verbunden sind, Blitzschuh auf der Oberseite um den belegten Blitzschuh an der Kamera zu ersetzen sowie die bereits erwähnte, abnehmbare Mikrofonhalterung. Man merkt halt, dass Tascam in dem Bereich der Audio-Interfaces und Recorder für Kameras jahrelange Erfahrung hat. 

Fazit

Der Preis für die analoge Variante Tascam CA-XLR2d-AN liegt bei ca. 460 Euro, dass Set für die Nikon ZR bei ca. 600 Euro und der Adapter CA-AK1-N für die Umrüstung auf Nikon-Digitalblitzschuh, wenn man schon ein anderes CA-XLR2d-Set besitzt, liegt bei ca. 300 Euro. 

Wer zum Beispiel die Nikon ZR als Teil eines modularen Baukastens versteht mit V-Mount-Spannungsversorgung, Schnellwechsel-Stativbefestigung und professionell mit größeren Richtrohrmikrofonen arbeiten möchte oder es auch mal mit andneren Quellen oder Audio-Zuspielern zu tun hat, der wird sicherlich zum Tascam CA-XLR2d-N Audio-Interface greifen, denn das Produkt ist für den Einsatz im professionellen Bereich alternativlos, bietet eine hohe Qualität und das zu einem auch im Verhältnis zur Kamera akzeptablen und angemessenen Preis. Daher werden wir das selbst im Rsahmen von proaudio.tv in Zukunft für unsere Videoproduktionen einsetzen.

https://www.tascam.eu/de/