Landscape Ferrous
Spinning Magnetic String Resonator
Autor und Fotos: Peter Kaminski

Wir möchten an dieser Stelle einmal ein eher exotisches Produkt vorstellen, den Ferrous vom amerikanischen Hersteller Landscape, der für seine besonderen, sehr experimentellen Instrumente und Werkzeuge bekannt ist.
Lieferumfang

Neben dem eigentlichen Gerät (133 x 64 x 25 mm, 150 g), gefertigt aus einem Holzkörper aus Birkensperrholz und Glasfaserplatinen-Material mit Kupferbahnen, einem Lithium-Ionen-Akku (9 V, 5500 mAh), ein USB-Ladekabel sowie anbringbare Gummifüße und eine Kurzanleitung. Eine ausführliche Anleitung kann der Nutzer von der Hersteller-Web-Site (PDF) herunterladen.
Konzept und Technik
Entwickelt wurde Ferrous zusammen mit der Künstlerin Victoria Shen aus San Francisco, die sehr experimentelle Musik komponiert.

Das technische Prinzip von Ferrous ist eigentlich sehr einfach. Auf einer Scheibe befinden sich sechs kleine Magnete. Die Scheibe wird von einem Motor angetrieben und rotiert. Über einer Saite gehalten wird diese, wenn sie Eisen-haltig ist, durch die Magnete zum Schwingen angeregt. Es lassen sich aber auch andere Gegenstände mit magnetisierbarem Material anregen.

Über einen Regler wird Ferrous eingeschaltet und die Rotationsgeschwindigkeit lässt sich mit diesem Regler in einem sehr großen Bereich einstellen. Die Geschwindigkeit lässt sich temporär über einen Taster an der Seite des Gerätes auf das Maximum erhöhen. Auch über ein Berührungssensor kann man die Geschwindigkeit in feinen Grenzen erhöhen. Eine weitere Möglichkeit der Beeinflussung ist die Modulation über eine Steuerspannung (0 … 9 Volt). Hierfür gibt es an der Geräteseite eine 3,5-mm-Klinkenbuchse.
Handhabung und Praxis

Ich habe Ferrous primär mit einer E-Gitarre ausprobiert. Hierbei ist zu beachten, dass die verwendeten Metallsaiten ferromagnetisch sein müssen, also Nickel- und/oder Eisen-haltig sind. Der Abstand zu den Saiten muss sehr gering sein so um ein Zentimeter. Wenn man zu nah kommt spürt man auch wie die Magnete wirken und man muss aufpassen die Saiten nicht mit dem Ferrous zu berühren. Es ist in der Praxis nicht so einfach diese Distanz zu halten und es erfordert etwas Übung, auch wenn man schon mit einem E-Bow Erfahrung hat.
Kommen wir an dieser Stelle gleich einmal zum Vergleich mit einem E-Bow. Ferrous ist sowohl vom Klang als auch der Handhabung ein ganz anderes Werkzeug. Anders als bei einem E-Bow werden die Grundtöne gar nicht angeregt, sondern nur Obertöne. Man kann also den Ferrous nicht zur Sustain-Verlängerung nutzen. Auch die Spielweise ist eine ganz andere. Man kann zum Beispiel einen Akkord anschlagen und dann mit dem Ferrous den Klang auf die Oberwellen, durch die Anregung, verschieben. Während man einen E-Bow durchaus für das melodische Spielen auf eine Saite einsetzen kann, so erregt man mit Ferrous immer mehrere Saiten gleichzeitig an. Es entstehen da mehr Ambient-Klänge. Die Töne selbst sind sehr Sinus-ähnlich, also eher oberwellenarm.
Interessant sind auch entstehende Klänge bei anderen Instrumenten. Zentral ist dabei immer die Frage nach den ferromagnetischen Eigenschaften der Saiten. Interessant sind hier die entstehenden Klänge zum Beispiel beim Piano oder Saiteninstrumenten ohne Bünde wie zum Beispiel Zitter. Hier das Spektrum der Möglichkeiten deutlich größer als bei einer E-Gitarre.
Fazit
Ferrous kostet ca. 260 Euro und ist über verschiedene Händler oder direkt vom Hersteller erhältlich. Ferrous ist auf keinen Fall ein Ersatz für ein E-Bow. Das sollte es auch konzeptionell nicht sein. Es ist eher für den experimentellem Umgang mit Saiteninstrumenten gedacht und schafft hier sehr interessante Klänge.
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