IK Multimedia TONEX ONE+
Gitarrenpedal mit Bluetooth und MIDI
Autor und Fotos: Peter Kaminski

IK Multimedia bietet unter dem Produktnamen TONEX verschiedenste Hard- und Software-Produkte für E-Gitarre und E-Bass an. Es ist mittlerweile das größte Eco-System dieser Art. Nun hat das kleine TONEX ONE Pedal mit dem TONEX ONE+ einen großen Bruder bekommen und wir wollen dies zum Anlass nehmen, dass Produkt und die Neuerungen gegenüber dem TONE ONE näher vorzustellen. TONEX ONE+ ersetzt das TONEX ONE auch nicht den es ist ja preiswerter und nicht alle benötigen die zusätzlichen Funktionen.
Wer sich über das gesamte TONEX Portfolio informieren möchte, dem kann man unseren Test IK Multimedia AmpliTube TONEX empfehlen der einen umfassenden Überblick über das gesamte TONEX-Eco-System gibt.
Anschlüsse

Die Größe ist mit 48 x 94 x 53 mm die gleiche wie beim TONEX ONE. Rein äußerlich fällt gegenüber den TONEX ONE neben der nun goldenen Beschriftung beim TONEX ONE+ die nun vorhandenen MIDI-Ein- und Ausgangsbuchse in Form von 3,5-mm-Klinkenbuchsen (Beschaltung Typ A) auf. Die Audio-Eingangsbuchse (6,3-mm-Mono-Klinkenbuchse) befindet sich ebenfalls auf der rechten Seite und der Stereo-Ausgang befindet sich auf der linken Seite.

Gespeisst wird das TONE ONE+ mit 9 Volt (150 mA) über eine Hohlstecker-Buchse (Center negativ) auf der Rückseite. Vorne befindet sich unter einer Abdeckung eine USB-C-Buchse. Die USB-Schnittstelle stellt eine Verbindung mit dem TONEX-Editor auf einem Computer her und lässt sich auch nutzen um das TONEX ONE+ als 2x2 Audio-Interface mit einer Wortbreite von 24 Bit und 44,1 kHz Abtastrate zu nutzen. Das TONEX ONE+ lässt sich über die USB-Schnittstelle auch mit Betriebsspannung versorgen.
Bedienung

Gegenüber dem großen TONEX Pedal ist die Anzahl der Bedienelemente bei dieser kompakten Bauweise natürlich auf ein Minimum beschränkt. Mit dem großen Regler wird Lautstärke oder alternativ der Gain eingestellt. Oben befinden sich drei kleine Regler für EQ-Einstellungen oder die drei alternative Gate-, Kompressor- und Hall-Parameter. Es gibt zwei verschiedene Betriebsarten des großen Fußschalters "A/B - Bypass" des TONEX ONE+ und zwar den "Dual Mode" oder den "Stomp". Beim Dual Mode schaltet man mit dem Schalter zwischen zwei Presets umschalten und im Stomp Mode kann man zwischen aktiv und Bypass hin- und herschalten. Über die LEDs in den kleinen Reglern wird der Modus angezeigt (Grün: Dual Mode, Amber: Stomp Mode).
Grundeinstellungen lassen sich nach Drücken des Tasters ALT über die kleinen Drehregler verändern, wie Fußschalter-Modus, Cabinet Bypass, Input Trim und globales Volume. Drückt man den Taster ALT drei Sekunden lang, dann kann man den Safe Mode aktivieren und die Veränderungen über die Front-Regelelemente sperren und natürlich auch wieder entsperren.
Der TONEX ONE+ ist was Tone Models und Presets angeht kompatibel mit dem großen TONEX Pedal oder den kleinen Bruder TONEX ONE. Das ist für den folgenden Abschnitt von Bedeutung.
TONEX Connect App
Über die TONEX Connect App lässt sich TONEX ONE+ auch komplett steuern und auch die Tone-Model- und Preset-Verwaltung lässt sich darüber abwickeln. Das ist natürlich bei einer so geringen Anzahl von Regelelementen eine große Hilfe. Die App ist für Android und iOS verfügbar. Unsere Beispiele stammen von einem Apple iPhone.

Nach dem Öffnen der App stellt man über den Taster Connect die Verbindung via Bluetooth her. Ein Pairing ist hier nicht erforderlich. Es erscheint dann der Editor, wo man oben den Block im Signalpfad wählen und unten die Hauptparameter einstellen kann (s. Abb. oben).

Über das Icon rechts oben lässt sich ggf. ein Dialog mit weiteren Parametern aufrufen.

Bei einigen Blöcken im Signalpfad lässt sich einstellen, ob der der Block vor Verstärker und Lautsprecher oder dahinter positioniert werden soll. Ausnahme ist der Hall, den man vor Verstärker und Lautsprecher oder ganz am Ende der Kette positionieren kann.

Es gibt 20 Preset-Speicherplätze im TONEX ONE+, die auch schon vorbelegt sind sich aber natürlich ändern lassen. Im Lieferumfang ist auch schon eine Bibliothek mit 100 Presets der Signature+ Collection. Im Preset-Dialog lassen sich die beiden Presets für den Dual Mode oder das Preset für den Stomp Mode auswählen und so auch die Betriebsart gleich auswählen.

Es gibt ja auch das ToneNET mit mittlerweile über 60.000 Tone Models. Um ToneNET aus der App heraus zu nutzen ist allerdings einmalig ein Login erforderlich. Man muss das Device selbst auch einmal in der App registrieren.

Dann stehen die Tone Models und Presets des Accounts auch in der TONEX Control App für TONEX ONE+ zu Verfügung.

Bei so vielen Tone Models und Presets ist natürlich eine Filterung bei der Suche unerlässlich (s. Abb. oben).

Wenn man die Auswahl getroffen hat und diese in einen der 20 Presets Slots des TONEX ONE+ übernehmen will, erscheint vorab noch eine Warnung. Übrigens lassen sich die 20 Presets natürlich auch über MIDI aufrufen.

Über den Reiter Tools steht sowohl ein Tuner als auch ein Metronom als virtuelles Zubehör bereit.

Über die Editor-Seite lässt sich noch ein Dialog für grundsätzliche Einstellungen aufrufen. Hier lässt sich zum Beispiel der MIDI-Kanal und der MIDI-Thru-Mode oder die Referenztonhöhe für den Tuner einstellen.
Praxis

TONEX ONE+ lässt sich in sehr unterschiedlichen Szenarien einsetzen. So zum Beispiel als Stand-Alone-Gerät, wo die komplette Signalkette simuliert wird. Ein weiteres Anwendungsfeld könnte auch ein Übungs-Szenario sein, denn über die Bluetooth-Audioverbindung ergeben sich hier ja auch interessante Möglichkeiten. Über die abschaltbare Lautsprechersimulation kann man das TONEX ONE+ auch in Verbindung mit einem realen Cabinet einsetzen.
Ein anderes Szenario ist der Einsatz als Stomp Box um zum Beispiel verschiedene Verzerrer zu simulieren. Das ist dann natürlich auch eine ideale Ergänzung in Zusammenhang mit dem TONEX Pedal. Es lässt sich dort ja entweder ein Verstärker oder eine Stomp Box simulieren. In Verbindung mit dem TONE ONE+ geht dann beides zusammen. In unserem Teststudio haben wir das TONEX ONE+ auch in das gesamte Effektsystem auf dem Padel Board als Stomp Box eingebunden (s. Foto) und gleich ein paar übliche Verzerrer damit ersetzt. Wie man sieht kompakter geht es nicht.

Schön ist in diesem Zusammenhang auch die Filterfunktion bei der Suche im ToneNET, denn dort lassen sich auch nur die vorhandenen Stomp Boxes anzeigen und das ist dann eine deutliche Erleichterung bei der Suche, wenn man das TONEX ONE+ auch nur als Stomp Box nutzen möchte.
Über den Klang brauchen wir hier gar nicht groß reden, denn Signalverarbeitung und Tonqualität sind ja identisch mit dem großen Bruders TONEX Pedal. Der Dynamikbereich beträgt 123 dB. In ToneNET gekaufte Tone Models oder Bibliotheken sind ja auch nach Anmeldung in TONEX ONE+ über die App nutzbar.
Noch ein praktischer Hinweis: Auf einem Padelboard lässt sich das TONEX ONE+ mittels Klettband nicht so einfach befestigen, da auf der Rückseite eine Gummiauflage mit einem Hohlraum angebracht ist und ein Klettband dort nicht hält. Hier hilft der Einsatz eines stromptrap mini, das von der Größe her perfekt passt. Auf der Rückseite des strumptrap lassen sich problemlos zwei Klettstreifen aufkleben und ein sicherer Halt auf dem Padelboard ist so gewährleistet. Eine kleine Einschränkung ist, dass bei Verwendung die MIDI-Ausgangsbuchse verdeckt wird.
Fazit
Der Preis des TONEX ONE+ liegt bei ca. 270 Euro. Das ist ein absolut attraktiver Preis für diesen Leistungsumfang. Gegenüber dem TONEX ONE bietet das TONEX ONE+ Bluetooth, App-Steuerung und MIDI-Kontrolle und ist extrem vielseitig einsetzbar. Eine weitere tolle Erweiterung des TONEX-Eco-Systems.
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