Sennheiser Spectera für die Freilichtbühne Meppen

Mit der Emsländischen Freilichtbühne e.V. Meppen entscheidet sich erstmals ein Mitglied des Verbands Deutscher Freilichtbühnen e. V. für die wegweisende Sennheiser WMAS-Technologie. Seit über 75 Jahren führt die Freilichtbühne Meppen zur Sommerzeit familiengerechte Stücke und populäre Musicals auf. Der eingetragene Verein betreibt eine überdachte Spielstätte mit mehr als 1.600 Plätzen. Bis zu 50.000 Gäste besuchen in jeder Saison die Bühne; in der aktuellen Spielzeit bis Ende August 2026 stehen „Der Räuber Hotzenplotz” und „Footloose” auf dem Programm. Die anspruchsvollen Produktionen werden jetzt mit einem Spectera Ecosystem realisiert, bestehend aus einer Spectera Base Station, 24 SEK-Bodypacks und zwei DAD-Antennen.
Bei den Aufführungen von „Footloose“ sind 22 Spectera SEK-Bodypacks im Einsatz, zwei werden als Spares bereitgehalten. In Meppen wird bereits über die Anschaffung weiterer Bodypacks nachgedacht: „Bei entsprechender Parameterwahl lassen sich bis zu 32 Geräte an einer Spectera Base Station betreiben“, weiß Audioprofi Lennart Müller. „Wir nutzen die SEK-Bodypacks im Moment ausschließlich als Sender für Miniaturmikrofone und betreiben sie im Modus ‚Live Link Density‘, der für unsere Zwecke bestens funktioniert.“.
„Anfangs war ich aufgrund der neuartigen Übertragungstechnologie ehrlich gesagt ein wenig skeptisch“, räumt Hintze-Fitzner ein. „Meine Vorbehalte konnten allerdings durch eine praktische Vorführung des Systems auf unserem Gelände vollständig ausgeräumt werden.“ Müller ergänzt: „Wir hatten hier vorher schon 24 Strecken Sennheiser ew 300 G3 im Einsatz, die uns seit 2010 sehr gute Dienste geleistet haben. Zwei Handsender aus dieser Serie verwenden wir immer noch bei Proben und ähnlichen Gelegenheiten.“ Das neue Wireless-Equipment wurde im Dezember 2025 von BABBEL & HAEGER geliefert und absolviert in Meppen seine erste Saison. Das Spectera System wird passend zu den Möglichkeiten des vorhandenen Digitalpults mit einer Abtastrate von 48 Kilohertz betrieben und ist mit der Konsole über Dante verbunden.

Müller bescheinigt den Spectera SEK-Bodypacks eine praxisgerechte Robustheit, die im laufenden Spielbetrieb überzeugt. Die Darsteller tragen die Geräte in schwarzen Neopren-Gurten; der Umstieg von den alten Systemen gestaltete sich problemlos. „Wir nutzen ausschließlich die Transmitter-Funktion der bidirektional arbeitenden SEK-Bodypacks und haben eine mögliche Betriebsdauer von knapp siebeneinhalb Stunden gemessen, was für uns mehr als ausreichend ist“, erklärt Müller. „Es kommen die zum System gehörenden BA 70 Lithium-Ionen-Akkupacks zum Einsatz. Die Nachfolgemodelle werden voraussichtlich noch deutlich längere Betriebszeiten ermöglichen. Geladen werden die Akkus bei uns in drei L 6000 Ladestationen.“
Hintze-Fitzner ergänzt: „Im Moment ist es für uns aus Kosten- und Zeitgründen nicht möglich, sämtliche Bühnenprotagonisten mit In-Ear-Monitoring auszustatten. Einerseits sind die Ausspielwege unseres Mischpults begrenzt. Andererseits muss man immer auch bedenken, dass auf der Bühne überwiegend Laien agieren – für sie sind konventionelle Wedges die bessere Lösung, zumal sich auf dem Podium bei einer Produktion wie ‚Footloose‘ ja bis zu 60 Darstellerinnen und Darsteller tummeln, die wir gar nicht alle einzeln mit IEM ausstatten könnten.“
Dennoch zeigt sich Hintze-Fitzner begeistert vom Monitorsound, den das Sennheiser Spectera Ecosystem ermöglicht, wenn die SEK-Bodypacks als In-Ear-Empfänger eingesetzt werden: „Als freiberuflicher Tontechniker arbeite ich seit vielen Jahren mit unterschiedlichen drahtlosen In-Ear-Systemen. Interessehalber habe ich neulich eine Show mit einem der Spectera SEK-Bodypacks verfolgt. In puncto Klangqualität ist das im Vergleich zu herkömmlichen Systemen ein Unterschied wie Tag und Nacht – es gibt schlichtweg kein Rauschen, null, gar nichts! Und die Auflösung ist derart fein, dass man Details hört, die unsere Line-Arrays gar nicht darstellen können. Kurzum: Ich bin absolut überzeugt von diesem System!“
Zwei über PoE versorgte Spectera DAD-Antennen sind am Regieplatz installiert, der optisch wie eine Art Forsthaus mit Spitzgiebel plus Vordach gestaltet ist und sich harmonisch in die bewaldete Umgebung der Freilichtbühne einfügt. Das Spectera-System belegt einen 8 MHz breiten Kanal zwischen 535 MHz und 543 MHz. „Mit Spectera benötigen wir weniger Spektrum als früher“, stellt Müller zufrieden fest.

In Meppen befindet sich ein Bundeswehrstandort, doch die Wireless-Möglichkeiten der Emsländischen Freilichtbühne sind durch diese Nachbarschaft überraschenderweise nicht eingeschränkt: „Man kommt sich nicht in die Quere“, konstatiert Müller. „Vor drei Jahren gab es allerdings einmal die Situation, dass es durch eine außergewöhnliche Wetterlage zu Einstreuungen von DVB-T-Sendern aus Osnabrück kam. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war für uns klar, dass ein Umstieg auf zeitgemäße digitale Drahtlossysteme unumgänglich ist. Wir hatten auch festgestellt, dass sich die Metallteile der im Jahr 2020 neu installierten Überdachung negativ auf die Stabilität der Funkübertragung auswirkten. Nicht zuletzt unter diesen Aspekten ist das Sennheiser Spectera Ecosystem für uns die perfekte Wahl: Seit der Installation haben wir keinerlei Probleme mit Einstreuungen mehr.“
Hintze-Fitzner erinnert sich: „Spectera ist prinzipiell ja Technik für Profis, erfreulicherweise allerdings trotzdem total einfach einzurichten. Es ist leicht, das System zum Laufen zu bringen. Wir waren nach der Erstinstallation in ungefähr einer Stunde startklar.“ Müller freut sich über die große Reichweite des Spectera-Systems: „Sogar im weitläufigen Areal hinter der Bühne funktioniert die Verbindung überall einwandfrei – im normalen Bewegungsradius der Cast gibt es keine Einschränkungen oder gar Verbindungsabrisse.“
Großer Beliebtheit bei Technik-Crew und Darsteller erfreut sich die Möglichkeit, die Namen der jeweiligen Rollen konstant auf den E-Ink-Displays der SEK-Bodypacks anzeigen zu lassen. Die elektronische Beschriftung wird in Meppen passend zu den Aufführungen von „Räuber Hotzenplotz“ und „Footloose“ geändert. „Die entsprechenden Files, bei denen es sich um JSON-Dateien handelt, beinhalten alle Settings. Sie lassen sich exportieren, um sie bei Bedarf komfortabel wieder in das System einzuladen“, berichtet IT-Fachmann Müller. „Für optimale Übersicht während der Shows sorgt das Spectera WebUI, dessen Oberfläche in der Regie permanent auf einem Bildschirm zu sehen ist. Bei Proben kann ich das browserbasierte WebUI auch auf meinem Laptop nutzen und mich frei zwischen Publikums- und Backstage-Bereich sowie auf der Bühne bewegen.“
Die Premiere von Spectera in Meppen darf als in jeder Hinsicht gelungen bezeichnet werden: „Wir sind mehr als nur zufrieden und würden das System jederzeit empfehlen“, sagt Hintze-Fitzner. Müller berichtet, dass ihm Stammgäste der Bühne eine deutlich bessere Sprachverständlichkeit als in den Vorjahren bescheinigt haben. „Audiotechnisch erfahrene Besucher merkten zudem an, dass die Stimmen 2026 wesentlich präsenter und natürlicher wirken“, so Müller.
Zu Wünschen befragt, mit denen sich das System noch weiter optimieren ließe, nennt Hintze-Fitzner eine Ausrüstung der Spectera Base Station mit powerCON-Steckverbindern anstelle der aktuell verbauten Kaltgerätenetzbuchsen. Müller würde eine noch kompaktere Bodypack-Version mit zwei Mikrofoneingängen begrüßen, die eine sofortige Umschaltmöglichkeit zwischen zwei Kapseln bietet. Letzteres könnte Klangeinbußen durch starke Transpiration während der sommerlichen Aufführungen effektiv entgegenwirken.
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