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DPA d:vice MMA-A

mobiles Audio-Interface für iOS sowie Windows und Mac OS

Autor und Fotos: Peter Kaminski

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Mit dem d:vice hat DPA Microphones 2017 sein erstes Audio-Interface auf dem Markt gebracht, das besonders mobile Anwender ansprechen dürfte, die DPA-Mikrofone mit MicroDot-Anschluss nutzen möchten.

Technik und Konzept

Nicht nur die Form des mit 56 mm Durchmesser sehr kompakten Audio-Interface (Gewicht 50 g) ist ungewöhnlich. Mit der Größe passt es in jede Hosentasche. Es bietet zwei MicroDot-Buchsen (s. Abb. unten) für den Anschluss von DPA Lavalier-Mikrofone oder Headset-Mikrofonen an - es handelt sich also um ein zweikanaliges Audio-Interface. Der Anschluss an Rechner oder iOS-Gerät erfolgt über eine Micro-USB-Buchse.

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Es werden Abtastraten von 44,1, 48, 88,2 und 96 kHz und eine Wortbreite von 24 Bit unterstützt. Bei einer Abtastrate von 48 kHz gibt der Hersteller einen Übertragungsbereich von 22 Hz bis 22 kHz (+/- 0,2 dB) und bei 96 kHz einen von 20 Hz bis 40 kHz (+/- 0,2 dB) an. Fullscale erreicht man bei 0 dB Verstärkung bei 1 Vrms Eingangspegel. Der Störabstand liegt A-gewichtet bei -114 dBFS oder anders ausgedrückt beträgt der Dynamikumfang 114 dB. THD ist bei 1 kHz und -10 dBFS mit kleiner 0,001 % angegeben. Die Werte sind also schon sehr vielversprechend. Die Stromversorgung erfolgt von Recording-Gerät, bzw. Rechner und die Stromaufnahme ist dabei kleiner als 100 mA.

Sets und Lieferumfang

Das d:vice gibt es nicht nur als einzelnes Audio-Interface sondern auch in diversen Sets mit DPA-Mikrofonen und Zubehör. So werden aktuell folgende Sets, bzw. Kits angeboten:

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Wir hatten das Double Lavalier Kit bei uns im Test (s. Abbildungen oben und unten). Geliefert wird dabei eine Tasche aus Textil mit dem Audio-Interface, den beiden Lavalier-Mikrofonen DPA SC4060-BM, Befestigungen und Windschutz sowie je ein USB-Kabel Micro-USB-B auf Apple Lightning für iOS-Geräte und USB-A  für den Anschluss von Windows-PCs oder Mac-OS-Rechnern.

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iOS App

DPA liefert mit der iOS App d:vice eine Steuerungs-App an (siehe Abb. unten), mit der man die Eingangsempfindlichkeit anpassen und pro Kanal individuell ein Hochpassfilter mit einer Grenzfrequenz von 80 Hz und einer Steilheit von 12 dB/Oktave zuschalten kann. Der Pegel der beiden Eingangskanäle wird mit Spitzenwert wird über zwei Bargraf-Anzeigen ausgegeben.

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Die beiden Interface-Eingangskanäle können auf den internen iOS-Stereo-Mikrofoneingang als Summe, bzw. bei einem angeschlossenen Mikrofon monophon, als Stereo oder als Dual - also zweikanalig mit unabhängig individuelle Kanaleinstellung, aufgeschaltet werden. Das Interface erkennt auch ob ein oder zwei Mikrofone angeschlossen sind.

Es lassen sich auch vier Presets speichern und abrufen. Über den virtuellen Taster "MON" kann man Signal über den Kopfhörer am iOS Device abhören. Mit dem Taster "LOCK" lässt sich verhindern, dass andere Apps den Eingangspegel verändern können.

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Wir haben unter anderem auch den MetaRecorder von Apogee mit dem d:vice auf einem iPhone X unter iOS 11.2.6 getestet. Wie man auf dem Foto sieht wird das Device d:vice MMA-A erkannt und eine Aufnahme ist problemlos möglich. Erwähnenswert ist auch, dass die Abtastrate in der Recording-App ausgewählt wird.

Fazit

Das DPA d:vice Audio-Interface kostet einzeln knapp unter 600 Euro. Das Set mit einem Lavalier ca. 930 Euro und mit zwei Lavaliers knapp über 1.300 Euro. Das Einohr-Heatset-Kit liegt bei 1.120 Euro und das In-Ear-Head-Set-Kit mit dem Broadcast-Mikrofon knapp unter 1.230 Euro. Für das Kombi-Kit mit Lavalier SC4060 und d:dicate MMC4018 liegt bei 2.620 Euro.

Die Handhabung des Audio-Interface ist total simple, dank der sehr gelungenen, übersichtlichen App. Ein Handbuch wird mitgeliefert und eine ausführliche Erklärung befindet sich über eine Online-Hilfe auch in der App - man braucht sie nur nicht weil das Produkt absolut selbsterklärend ist.

Die Audioqualität dürfte selbst den anspruchvollsten Anwender im mobilen Bereich zufrieden stellen. Der Störabstand, bzw. Dynamikumfang ist enorm und die Klangqualität ausgezeichnet - sehr linear ohne Färbung. Neben dem Lavalier haben wir auch DPA Headset-Mikrofone eingesetzt, die ebenfalls absolut einwandfrei mit dem Interface arbeiten und auch eine exzellente Klangqualität bot. Die Preamps und Wandler machen im d:vice einen sehr guten Job.

Daher dürfte das d:vice MMA-A sicherlich zur ersten Wahl für anspruchsvolle mobile Journalisten sein, die Ihre Beiträge auch sendefähig aufzeichnen und auch häufiger Interviews mit zwei Mikrofone oder Headsets durchführen. Wie heißt es so schön: alles hat seinen Preis. Das DPA d:vice gehört sicherlich nicht zu den Schnäppchen im mobilen Audio-Interface-Markt, aber dafür gehört es was die Audioqualität angeht ganz oben angesiedelt und der Preis relativiert sich dann schnell.

www.dpamicrophones.com