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Audio-Technica AT5045

Autor und Fotos: Peter Kaminski

at5045-aufmacher

Das AT5045 ist das zweite Mikrofon der 50er-Serie von Audio-Technica. Wir hatten schon das AT5040 in einem Test vorgestellt, welches klanglich wirklich sehr überzeugend war. Da darf man gespannt sein, wie sich das AT5045 schlägt.

Technik

Beim AT5045 handelt es sich auch um ein Kondensatormikrofon, welches Kapselelemente einsetzt, die nicht mit einer runden Membran, sondern mit einer rechteckigen ausgestattet sind, wie schon beim Audio-Technica Mikrofon AT5040. Entgegen dem AT5040 kommen hier aber nicht vier, sondern eine Membran zum Einsatz, was das Mikrofon sehr kompakt macht, aber trotzdem eine sehr große Membranfläche bietet - und zwar die größte von allen Einzelmembranmikrofonen bei Audio-Technica.

at5045-kopf

Auf die Unterschiede und Vorteile einer rechteckigen Membran sind wir schon beim Test des AT5040 im Detail eingegangen. Wir empfehlen unbedingt diesen Test zu lesen, wenn man sich mit den prinzipiellen technischen Besonderheiten vertraut machen möchte. Wir verzichten die technischen Fakten zu diesem Thema nochmal zu wiederholen.

at5045-quer

Die Einsprechrichtung des Mikrofons des 177 Millimeter langen Mikrofons ist seitlich. Es wird mit 48-Volt-Phantomspeisung betrieben und am unteren Ende über eine übliche im Gehäuse eingelassene XLR-M-Buchse angeschlossen. Beim AT5040 erfolgte die Symmetrierung ja durch die Kapselverschaltung/Invertierung. Da das 5045 nur über eine Kapsel verfügt hat man sich entschlossen die Symmetrierung über einen Übertrager zu realisieren. Die Elektronik im Inneren des AT505 ist sehr puristisch - ähnlich wie beim 5040 und man erreicht dadurch eine sehr hohe Dynamik von ca. 141 dB.

at5045-halterung

Auch das Konzept der Halterung stammt vom AT5040. Das Mikrofon wird eingelegt und die beiden Klemmelemente zum Mikrofon geschoben und dann mit einem Hebel arretiert. Man hat beim 5045 auch für eine besondere interne Entkoppelung des Mikrofonelements vom Gehäuse gesorgt.

at5045-aufgebaut

Praxis

Von Audio-Technica haben wir einer der ersten AT5045 Päärchen zum Test bekommen und hatten die Gelegenheit diese ausgiebig zu testen. Wir haben uns das AT5045 im Hamburger Boogie Park Studio mit Unterstützung von Inhaber Herbert Böhme (s. Abb. u.) angehört. Schon das AT5040 haben wir im selben Aufnahmeraum testen können und Herbert war auch bei dem AT5040-Test mit dabei.

boogiepark-herbert

Ich habe mir angewöhnt, die meisten Instrumenten und Großmembran-Mikrofone erst einmal mit einem Flügel als Schallquelle auszuprobieren. Die sich langsam verändernden Obertöne in den verschiedenen Lagen geben schon mal einen guten Eindruck über die Auflösung und Frequenzabhängigkeiten.

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Wir haben das AT5045 mit verschiedensten anderen Kondensatormikrofonen verglichen. Den vom Hersteller gepriesenen Dynamikumfang können wir voll bestätigen. Auch das Eigenrauschen ist extrem gering.

Klanglich ist die Verwandtschaft mit dem AT5040 sofort deutlich aber es ist auch irgendwie anders. Während das AT5040 mehr voluminös ist, zeigt sich das AT5045 etwas schlanker aber nicht weniger präzise. Klanglich ist es ein sehr modernes Mikrofon, was nichts verdeckt aber auch keine überzeichnete Direktheit bietet. Die Natürlichkeit steht im Vordergrund und so ist auch im Frequenzbereich keine unangenehme Eigenfärbung wahrnehmbar.

Wir hatten zwar nicht parallel das AT5040 beim Test aber ich kann mir, aus den klanglichen Erfahrungen, die wir mit dem Mikrofon gemacht haben, sehr gut eine Kombination von AT5040 und AT5045 im Einsatz vorstellen. Für den Flügel z. B. ist es eine Frage nach dem klanglichen Ziel, welches man erreichen möchte. Ich persönlich würde für Soloaufnahmen das AT5040 vorziehen und bei Orchesteraufnahmen eher den Flügel mit zwei AT5045 abnehmen. Überhaupt ist das AT5045 für Orchesteraufnahmen verschiedenster Instrumente prädestiniert, wie z. B. Gitarre und Streicher aber auch für den Einsatz bei Transienten-kritischen Aufnahmen von Perkussion und da auch als Overhead. Hier kann es auch seinen immensen Dynamikumfang ausspielen.

Fazit

Der Preis des Audio-Technica Mikrofons AT5040 liegt bei ca. 1.545 Euro. Es werden auch Pärchen (AT5040P) für ca. 2.970 Euro angeboten. Die spezielle Spinne AT8482 kostet knapp unter 300 Euro. Beim Preis ist natürlich zu berücksichtigen, dass diese Mikrofone handgefertigt werden.  geliefert wird das Mikrofon in einem Hartschalen-Koffer, in dem zwei Mikrofone und Zubehör untergebracht werden können.

Das AT5045 ist ein sehr universelles Instrumentenmikrofon was von der Größe eher einem Stäbchenmikrofon gleicht, vom Klang aber eher einem Großmembranmikrofon was nichts beschönigt und wo die Neutralität im Fokus steht aber Neutralität hört sich immer nach "langweilig" an. Das AT5045 ist dies aber auf keinen Fall.

Es ist durch seine Mikrofonkapsel und Kompaktheit schwer zu vergleichen und eher eine eigene Klasse innerhalb der Instrumentalmikrofone. Das AT5045 braucht aber den Vergleich mit anderen Kondensatormikrofonen nicht zu scheuen. Ein technisch interessantes Konzept mit klanglich sehr interessanten Ergebnissen. Als Fazit kann man sagen, dass die Verbreitung von Audio-Technica-Mikrofonen in Studios mit hohen Ansprüchen sich durch die 50er Serie ohne Frage vergrößern wird.

Technische Daten

Frequenzgang: 20 Hz ... 20 kHz
Empfindlichkeit: -35 dB (1 V, 1 Pa)
Nennimpedanz: 100 Ohm
max. Eingangspegel: 149 dB SPL (1 kHz, 1 % THD)
Dynamikumfang: 141 dB typ. (1 kHz, max. SPL)
Fremdspannungsabstand: 86 dB (1 kHz, 1 Pa)
Phantomspeisung: 48 V, 1,4 mA
Gewicht: 197 g
Abmessungen
 Länge: 177 mm
 max. Durchmesser: 25 mm

www.audio-technica.de