Neumann legt das U 67 neu auf

Neumann U 67 with Z 48

Es war das Mikrofon, das den Sound der Sechziger prägte wie kein zweites: Das 1960 eingeführte Röhrenmikrofon U 67 war in dieser für die moderne Musik so entscheidenden Zeit das ‚Arbeitstier‘ in den Tonstudios. Noch heute ist das U 67 für viele Toningenieure das Mikrofon, welches sie wegen seines unnachahmlich weichen Sounds und seiner Vielseitigkeit auf die sprichwörtliche „einsame Insel“ mitnehmen würden. Der Röhrenklassiker hat eine ebenso große wie begeisterte Fanbasis, für die Neumann jetzt eine gute Nachricht hat: Das U 67 wird nach den Originalspezifikationen wieder aufgelegt.

„Der Sound und die Technik des U 67 sind zeitlos“, erklärte Wolfgang Fraissinet, Geschäftsführer Neumann.Berlin. „Das konische Gehäuse und der abgeschrägte Mikrofonkorb des U 67 gelten heute als ikonisch für die Marke Neumann. Die Neuauflage wird exakt nach den Originalspezifikationen gefertigt, und wir freuen uns sehr, die Reproduktion dieses Studioklassikers auf der NAMM erstmals zeigen zu können.“

Mit drei Richtcharakteristiken (Kugel, Niere und Acht) und einer fortschrittlichen Röhrenschaltung mit schaltbarer Vordämpfung und Tiefenabsenkung ist das Neumann U 67 für jede Aufnahme bestens gerüstet. Weiche Höhen mit einem subtilen Röhrenfunkeln machen das U 67 zu einem überragenden Gesangsmikrofon für männliche und weibliche Stimmen. Dank seines ausgewogenen Sounds in allen drei Richtcharakteristiken eignet sich das vielseitige Mikrofon zudem für alle Arten von Instrumenten wie Streich-, Holz- und Blechblasinstrumente, Piano, Schlagzeug, akustische und elektrische Gitarre, E-Bass und Kontrabass.

Das U 67 wurde nach seiner Vorstellung 1960 wegen seiner Vielseitigkeit und seiner außerordentlichen Klangqualität rasch zum neuen Studiostandard. Es war das erste Mikrofon mit der berühmten Kapsel K 67, die den Neumann-Sound geprägt hat und bis heute in seinem Nachfolger, dem U 87 Ai, zum Einsatz kommt. Kaum weniger wichtig war die meisterhafte Röhrenschaltung, die mittels einer raffinierten Präemphase-/Deemphase-Technik das Röhrenrauschen minimierte. Das U 67 war außerdem das erste Mikrofon, das gezielt auf moderne Aufnahmetechniken wie das Close Miking einging, unter anderem mit einer schaltbaren Tiefenabsenkung zur Kompensation des Nahbesprechungseffekts. Mit der schaltbaren Vordämpfung verarbeitete das U 67 Schalldruckpegel von bis zu 124 dB verzerrungsfrei – und noch viel höhere, wenn dem Aufnahmetechniker etwas „Röhrenschmutz“ genehm war.

Klanglich ist die Neuauflage mit dem von 1960 bis 1971 gebauten U 67 identisch. Es verwendet dieselbe Kapsel und dieselbe Schaltung; Schlüsselelemente wie der Ausgangsübertrager BV12 wurden unter Verwendung der Originaldokumentation detailgetreu rekonstruiert. Die Röhren vom Typ EF 86 werden an einer eigens dafür eingerichteten Messstation genauestens auf optimale Charakteristiken und minimales Rauschen geprüft.

Das U 67 wird in einem handgearbeiteten Koffer geliefert, der wie das Mikrofon selbst in Deutschland produziert wird. Dem Mikrofon liegen eine elastische Aufhängung, ein Mikrofonkabel sowie das Netzteil NU 67 V bei. Das Netzteil wurde neu entwickelt, damit die heutigen strengeren Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden können und der etwas höhere Heizstrom für die verwendeten Premiumröhren bereitgestellt werden kann. Das neue NU 67 V ist voll kompatibel mit älteren U 67 und passt sich automatisch der jeweiligen Netzspannung an.

Das U 67 Set ist ab März verfügbar.

www.neumann.com