Maxim Gorki Theater setzt auf Lawo IP-Audiotechnologie

Lutz Knospe 6s

Das 1952 gegründete Maxim Gorki Theater, mit 440 Plätzen kleinstes Berliner Ensembletheater, versteht sich als zeitgenössisches Stadttheater in historischer Umgebung. In den Jahren 2014 und 2016 wählten die deutschsprachigen Kritiker in der Umfrage von »theater heute« das Gorki zum Theater des Jahres (im Jahr 2016 zusammen mit der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz). 2015 gehörte das Maxim Gorki Theater zu den ersten Preisträgern des neuen Theaterpreises des Bundes.

Seit Herbst 2019 produziert das Maxim Gorki Theater (MGT) mit einer neuen Audio-Infrastruktur. Die Anlage umfasst ein Lawo mc²96 als Saalpult und ein Lawo mc²56 Pult, das für den Havariefall und als abgesetztes Pult bei der Vorbereitung neuer Projekte sowie als Aufnahmepult im hauseigenen Tonstudio genutzt wird. Eine Nova73 compact kommt als zentraler Router zum Einsatz. Fünf DALLIS-Einheiten stehen als Stageboxen zur Verfügung, von denen zwei mobil mit dem mc²56 oder auf der Bühne eingesetzt werden können. Weitere DALLIS-Einheiten befinden sich unter dem Dach, wo die meisten Ein- und Ausgänge benötigt werden, im Orchestergraben und im Keller (Amp-City). Auch die Ein- und Ausgänge auf der Rückseite der beiden Pulte werden einerseits im FOH-Bereich und andererseits im Tonstudio genutzt. Weitere Besonderheit: Das Tonstudio und die Studiobühne befinden sich im benachbarten Gebäudekomplex.

Verantwortlich für die Modernisierung der Audiotechnik war, zusammen mit seinem Team, der Leiter der Ton- und Videoabteilung, Christopher von Nathusius, der bei der Planung durch Gunter Lühder von Avissplan unterstützt wurde. Die Projektarbeiten übernahm die Firma Elektroakustik Neuenhagen. Für Christopher von Nathusius war Ausfallsicherheit bei der Wahl der neuen Anlage die wichtigste Überlegung – und Mischpulte, die seit Jahren zuverlässig im 24/7-Rundfunkbetrieb laufen, haben in dieser Hinsicht einen Wettbewerbsvorteil. Das im Gorki installierte System ist zudem hochgradig redundant ausgelegt – Stromversorgung, mindestens zwei Exemplare pro Kartentyp und umfassende Pult-Kompatibilität: „Ein entscheidender Vorteil des Lawo-Prinzips ist für uns, dass bei Ausfall der Saalkonsole relativ schnell die Abstecher-Konsole übernehmen könnte”, bemerkt Christopher von Nathusius. Die High-End-Technologie der Anlage sieht ein Mindesthaltbarkeitsdatum von weit über einem Jahrzehnt vor, um bis zur nächsten Ausschreibung vorne mitspielen zu können. Maximale Flexibilität inklusive: Die Wünsche des Intendanten und der Regisseure sowie zukünftige Anforderungsprofile für Theatertechnik können langfristig erfüllt werden.

Neben den oben erwähnten Gründen waren für die Entscheidung vor allem die weitreichenden Anpassungsmöglichkeiten für die jeweiligen Anwender ausschlaggebend. So genügt ein einziger Tastendruck, um das gesamte Rechtemanagement zwischen dem mc²96, der Kreuzschiene und dem mc²56 bei Bedarf zu ändern und beispielsweise vom FOH-Pult (mc²96) aus dem Studiopult (mc²56) Zugriff auf die Trimmpegel der im Saal verwendeten Mikrofoneingänge zu geben. Die freie Belegung der User-Buttons für den schnellen Zugriff auf die jeweils wichtigsten Funktionen sowie die Steuerung der NEXT SCENE-Funktion via MIDI, die „Sends to Fader”-Funktion, schnelles kanalgruppiertes Arbeiten und einfaches Nachvollziehen komplexer Routings im Nachhinein bei modularem Aufbau sind weitere Vorteile. Das intuitive Design trotz höchster Komplexität ist intelligenten Funktionsmenüs zu verdanken, bei denen Parameter mit wenigen Bedienschritten aufgerufen werden können. Das fördert das intuitive Verständnis des Funktionsprinzips und der Konsolenstruktur.

Die Portierbarkeit der Projekte vom mc²96 zum mc²56 ermöglicht die Vor- oder Nachbereitung von Produktionen bei knapper Proben- und fehlender Bühnenzeit. „Ohne dieses Feature wären wir gar nicht in der Lage gewesen, in so kurzer Zeit unser komplettes Repertoire –aktuell deutlich über 30 Stücke auf der Gorki-Bühne– ohne Störung des Spiel- und Probenbetriebs wieder aufzunehmen.” Die Tonmeister des Maxim Gorki Theaters sind ebenfalls überrascht: „Vier vollparametrische EQs reichen am Lawo für Signale, bei denen früher sechs EQs nötig waren,” konstatiert Tonmeister Yavuz Akbulut. Tonmeister Hannes Ziegler nennt weitere Gründe: „Bemerkenswert ist der schnelle Zugriff auf alle Parameter über die Pultoberfläche. Mit wenigen Tastendrücken ist in kürzester Zeit eine komplette Oberfläche gebaut. Auch von der Forward/Reverse-Routing-Funktion war ich sofort begeistert.”

Lawo-Pulte werden mittlerweile verstärkt für Live-Konzerte, Musical-Produktionen, anspruchsvolle Klassik-Festivals im Zusammenspiel mit d&b Soundscape und renommierte Festspiele eingesetzt. Optionen wie Doppelfader-Module speziell für den Theater- und Live-Betrieb erleichtern die Arbeit am Sweet Spot.

www.lawo.com