International Conference on Spatial Audio – Nachlese und Vorschau

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Die ICSA 2017 (International Conference on Spatial Audio), die sich vom 8. bis 10. September in Graz dem Thema Raumklang und 3D-Audio widmete, war ein großer Erfolg. Gegenüber der letzten ICSA im Jahr 2015, die ebenfalls in Graz abgehalten wurde, gab es sogar nochmals eine Steigerung der Besucherzahlen.

Bereits zum vierten Mal lud die ICSA Experten aus Wissenschaft, Produktion und Technik ein, um drei Tage lang ausschließlich Belange rund um die dreidimensionalen Audio-Produktion und Wiedergabe zu erörtern. Das Interesse war groß, schließlich hat sich das ehemals theoretische Spatial-Audio-Forschungsgebiet der räumlichen Tonaufnahme- und Wiedergabetechnologien längst von der Grundlagen-Wissenschaft zum praxistauglichen Trend mit vielen.

In 15 Workshops, 3 Demonstrationen, dem abendlichen IKO-Konzert und den Finalen des neuen 3D-Audio-Production-Wettbewerbs konnten die Besucher zahlreiche Audiobeispiele hören. Zum Beispiel im Saal des Theaters im Palais, das mit 16 Lautsprechern auf einer Halbkugel für bis zu 100 Personen eine dreidimensionale Wiedergabe geboten hat. Der große György-Ligeti-Saal des MUMUTH (Haus für Musik und Musiktheater der Kunstuni Graz) bot sogar eine Halbkugel aus 29 Lautsprechern für bis zu 200 Personen.

Die diesjährige ICSA widmete sich zudem verstärkt der binauralen 3D-Wiedergabe, für deren Demos und Workshops es einen zusätzlichen Raum mit 80 Kopfhörern gab. Ein ganz anderer Ansatz war beim abendlichen IKO-Konzert, kuratiert und moderiert von Gerriet K. Sharma (Komponist / künstlerischer Forscher am IEM) zu hören: Die gleiche Higher-Order-Ambisonics-Technologie, die auch der 3D-Beschallung zugrunde lag, lockte hier differenzierte, bewegte Klang-“Beams“ aus einem kompakten ikosaederförmigen Lautsprecher-Array, mit deren vielschichtigen Reflexionen die Kompositionen den Raum erkundeten. Seinen Abschluß fand das Konzert in einem Stück, das die halbkugelförmige Saalbeschallung und die IKO-Klangskulptur in einen Dialog treten ließ – 3D-Audio von innen und außen.

Weitere Themenkreise für die wissenschaftlichen Vortragssitzungen und deren praktische Anwendungsbeispiele waren Ambisonics, Loudspeaker Applications, Psychoacoustics and Hearing, Virtual Reality. Insgesamt etwa 50 Vorträge, Workshops und Vorführungen, die teilweise auch parallel stattfanden, haben die ICSA 2017 zu einer hochinteressanten und inhaltlich vielfältigen Veranstaltung werden lassen. Eine kleine Ausstellung von Herstellern und Entwicklern von 3D-Technologie rundete die Veranstaltung ab.

Die nächste ICSA ist bereits in der Planung. Für 2019 konnte der VDT ein Team im Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau gewinnen. Günther Theile, beim VDT für die Programmplanung verantwortlich, freut sich schon heute auf die kommende ICSA: „Die Location- und Team-Wechsel für die ICSA werden von allen Seiten grundsätzlich positiv gesehen. Verschiedene Institute gewährleisten mit ihrem Engagement natürliche Perspektivwechsel und inhaltliche Breite, die Kongress-Programme bieten unterschiedliche Ausrichtungen und thematische Schwerpunkte.“

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